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VASSILIS LAMBRINOUDAKIS
Grenzen im Asklepioskult
2013
Der Glaube an die Heilkraft des Asklepios, des eigentlich göttlichen Arztes im klassischen Altertum, anerkannte die Grenzen, welche die Natur dem Leben der Menschen setzt. Im Mythos wird zwar dem Asklepios die Macht zugeschrieben, Sterbliche aufzuerwecken, wie dies unter anderem mit Glaukos, dem Sohn des Minos, und mit seinem Enkel Hippolytos geschehen ist. Der Mythos sagt aber nicht, dass die Auferweckten unsterblich geworden sind.
Das Schicksal des Asklepios selbst verbildlicht diese generell ausgedrückte Wahrheit: Da er nach dem Mythos zu viele Menschen heilte und manche auferweckte, hat ihn Zeus – um das Gleichgewicht zwischen Leben und Tod zu wahren – mit dem Blitz geschlagen und in der Erde begraben. Asklepios aber hat so als διόβλητος (vom Zeus geschlagen) ein gottähnliches, ewiges Leben gewonnen. Von seinem unterirdischen Wohnsitz aus konnte er seine Heilkunst weiter ausüben. So hat Zeus dem Asklepios ein Wesen zwischen Licht und Grab zugeschrieben: In Arkadien zeigte man das Grab des Gottes in seinem Hain. Von einem sepulchrum Aesculapii in Epidauro hören wir ebenfalls von Rufinus, einem christlichen Schriftsteller des 4. Jahrhunderts n. Chr.